Leitfaden · Telefonakquise
Kaltakquise ist
Menschensache.
Neue Kunden kommen auf drei Wegen: über Bestandskunden, über Empfehlungen und über das Telefon. Nur einer davon lässt sich planen. Dieser Leitfaden erklärt, warum bei der Kaltakquise alles an der Person hängt, die anruft — und was rundherum passieren muss, damit aus Anrufen Termine werden.
Lesezeit 11 Minuten
Drei Wege zu neuen Kunden.
Einer davon ist planbar.
In fünfzehn Jahren Industriemarketing haben wir keinen vierten gefunden. Alles, was an neuen Aufträgen hereinkommt, lässt sich einem dieser drei Wege zuordnen — und die drei unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: darin, wie zuverlässig sie liefern.
Bestandskunden
Der angenehmste Weg. Wer schon mit Ihnen arbeitet, muss nicht mehr überzeugt werden — er muss nur wissen, was Sie sonst noch können. Das ist häufiger unbekannt, als man denkt: Ein Kunde bestellt seit Jahren Broschüren und erfährt zufällig, dass wir auch Messeauftritte machen. Deshalb rufen wir dort regelmäßig an, gerade bei Kunden, mit denen länger nichts lief. Der Haken: Bestandskunden wachsen nicht nach. Sie sind eine begrenzte Menge.
Empfehlungen
Der beste Weg — und der, den man am wenigsten steuern kann. Ein empfohlener Kontakt kommt mit Vertrauensvorschuss ins Gespräch, das verkürzt alles. Wir bitten unsere Kunden aktiv um Empfehlungen und rechnen es an, wenn daraus ein Auftrag wird. Aber: Empfehlungen kommen, wann sie kommen. Sie sind ein Geschenk, kein Kanal. Wer seine Auslastung darauf baut, plant mit dem Wetter.
Das Telefon
Der einzige Weg, den Sie am Montagmorgen aufdrehen können. Kaltakquise ist unbequem, sie hat einen schlechten Ruf, und sie funktioniert trotzdem — weil sie das Einzige ist, was kontinuierlich läuft. Nicht wenn gerade jemand Zeit hat, nicht wenn zufällig jemand Sie empfiehlt, sondern jeden Werktag. Aus dieser Kontinuität entsteht die Planbarkeit, die die beiden anderen Wege nicht liefern können.
Andere Kanäle gibt es natürlich auch, und wir bespielen sie: Social Media, Suchmaschinenoptimierung, bezahlte Anzeigen. Sie zahlen auf die Bekanntheit ein und bringen Anfragen, wenn jemand von sich aus sucht. Was sie im Investitionsgütergeschäft nicht leisten, ist die Steuerung: Sie können nicht entscheiden, dass diese Woche drei Hersteller von Anbaugeräten aus dem Umkreis von hundert Kilometern von Ihnen erfahren. Am Telefon können Sie das. Deshalb ist unsere Reihenfolge so, wie sie ist — nicht weil das Übrige nichts taugt, sondern weil diese drei Wege bei uns nachweislich am besten funktionieren.
Am Telefon hören Sie mehr als die Antwort. Sie hören, ob jemand unter Druck steht, ob er zuhört, ob das Thema ihn trifft. Diese Zwischentöne gibt keine E-Mail her — und keine Anzeige.
Es hängt alles
an der Person am Telefon.
Man kann bei der Kaltakquise vieles richtig machen: die Liste, die Vorbereitung, die Uhrzeit, das System dahinter. Aber wenn die falsche Person anruft, ist alles davon wertlos. Und wenn die richtige anruft, verzeiht der Kunde eine unvollständige Liste und einen schlechten Zeitpunkt.
Bei uns heißt diese Person Andrea. Wir arbeiten seit 2020 zusammen, und der Anfang war ein Zufall: Ich bin über ihre Website gestolpert. Ein Telefonat später war die Sache klar — nicht wegen der Referenzen, sondern wegen der Art, wie sie das Gespräch geführt hat. Wer den ganzen Tag am Telefon sitzt, verrät in den ersten fünf Minuten, ob er das gern tut. Man hört es an der Geduld.
Sie spricht mit einem leichten fränkischen Einschlag, und das ist kein Nebendetail, sondern Teil der Wirkung. Hochdeutsch aus dem Callcenter klingt nach Zentrale. Ein Dialekt klingt nach einem Menschen, der irgendwo herkommt. Im Maschinenbau, wo man mit Leuten redet, die selbst aus Regionen kommen und stolz darauf sind, nimmt das in den ersten Sekunden Distanz heraus. Die wenigsten legen auf, während sie noch überlegen, woher der Anruf kommt.
Der beste Beleg für diese Arbeit ist unspektakulär: Zwei Kunden, die Andrea in den ersten Monaten akquiriert hat, sind bis heute unter Vertrag. Fünf Jahre später, ohne Unterbrechung. Kaltakquise wird gern an Terminen gemessen, weil sich das schnell zählen lässt. Die ehrlichere Messlatte ist, was von den Terminen nach Jahren noch übrig ist.
Ein Termin ist eine Zahl im Bericht. Ein Kunde, der fünf Jahre bleibt, ist der Beweis, dass beim ersten Anruf niemand überredet wurde.
Was gutes Telefonieren
wirklich ausmacht.
Wenn Sie Telefonakquise vergeben oder jemanden dafür einstellen: Das hier sind die Eigenschaften, auf die es ankommt. Keine davon steht in einem Lebenslauf, und keine davon lässt sich in zwei Wochen anlernen.
Qualität vor Anzahl
Die Frage „Wie viele Anrufe schafft sie am Tag?“ ist die falsche. Wer nur Anrufe zählt, bekommt Anrufe — abgehakt, heruntergeleiert, ohne Ergebnis. Vier gute Gespräche, in denen jemand wirklich zugehört hat, sind mehr wert als vierzig abgearbeitete Nummern. Bei uns ist die Anzahl deshalb eine Folge und keine Vorgabe.
Dranbleiben, ohne zu drängen
Zwischen dem ersten Anruf und einem Termin liegen oft Monate. Der Einkäufer war im Urlaub, dann kam die Messe, dann war das Budget durch. Wer da nach dem zweiten Versuch aufgibt, hat die ganze Vorarbeit verschenkt. Wer stattdessen drängt, verbrennt den Kontakt. Der Unterschied liegt im Ton: freundlich wieder anrufen, den Stand kennen, kein Wort über den letzten Anruf verlieren, der nicht klappte.
Abfuhren abfedern
Erstaunlich selten wird jemand ausfallend — und wenn doch, dann fängt Andrea das ab, ohne es persönlich zu nehmen. Das ist die unterschätzteste Fähigkeit im ganzen Handwerk. Wer eine schroffe Absage mit nach Hause nimmt, klingt beim nächsten Anruf schon vorsichtig. Wer sie abschüttelt, klingt beim fünfzigsten Anruf noch genauso wie beim ersten.
Zuhören statt vortragen
Ein Skript hilft beim Einstieg und schadet ab Satz drei. Die interessanten Sätze kommen ohnehin vom anderen — „Wir machen das seit Jahren selbst“, „Unser Vertrieb ist zu zweit“, „Fragen Sie mal im Frühjahr wieder an“. Wer zuhört, weiß danach, ob sich ein zweiter Anruf lohnt. Wer vorträgt, weiß nur, dass er seinen Text durchbekommen hat.
Ehrlich bleiben, auch nach innen
Am schwersten wiegt der Satz, den niemand hören will: „Da passt nichts, die brauchen uns nicht.“ Wer das offen sagt, statt einen halbherzigen Termin zu vereinbaren, spart dem Vertrieb einen verlorenen Nachmittag. Ein Bericht, in dem nur Erfolge stehen, ist kein Bericht — dazu steht mehr im Leitfaden zur Kaltakquise für Industrieunternehmen.
Ihr nächster Kunde
sitzt da unten.
Er weiß es nur noch nicht
Niemand ruft
unvorbereitet an.
Der Unterschied zwischen einem Werbeanruf und einem Fachgespräch entsteht, bevor gewählt wird. Wer weiß, was die Firma baut, wen sie beliefert und wo es gerade klemmt, führt ein anderes Gespräch als jemand, der eine Nummer aus einer Liste abarbeitet.
Die Vorbereitung übernehme ich meistens selbst — inzwischen zusammen mit einer KI. Ich lasse mir zu jeder Firma zusammentragen, was öffentlich auffindbar ist: Produkte, Größenordnung, Kundschaft, aktuelle Meldungen, wie die Website und die Unterlagen aussehen. Daraus wird ein kurzes Bild, das ich mit unseren Leistungen abgleiche: Wo könnten wir wirklich helfen, und wo wäre der Anruf reine Zeitverschwendung für beide Seiten?
Was Andrea bekommt, ist deshalb keine Nummernliste, sondern ein Aufhänger je Firma. Nicht „Baugerätehersteller, 40 Mitarbeiter“, sondern „baut Anbauverdichter, verkauft über Händler, hat seit drei Jahren keine neuen Unterlagen“ — ein Satz, der im Gespräch sofort etwas wert ist. Der Kunde merkt in den ersten zwanzig Sekunden, ob sich jemand mit ihm beschäftigt hat. Nichts entscheidet stärker darüber, ob das Gespräch weitergeht.
Wichtig dabei: Recherchiert wird, was öffentlich zugänglich ist — Impressum, Website, Branchenverzeichnisse, Meldungen. Und was die KI ausspuckt, wird nicht ungeprüft geglaubt. Wenn eine Angabe nicht sicher ist, steht sie mit Fragezeichen im Briefing, und Andrea klärt sie im Gespräch. Am Telefon ist eine falsche Behauptung über die Firma des Gegenübers der schnellste Weg, das Gespräch zu beenden.
Jeder Anruf
wird protokolliert.
Telefonakquise ohne System ist Arbeit, die sich selbst auffrisst: Nach vier Wochen weiß niemand mehr, mit wem worüber gesprochen wurde. Wir führen deshalb ein CRM, in dem nach jedem Anruf festgehalten wird, was passiert ist — und zwar mehr als nur das Ergebnis.
Notiert wird, was gesagt wurde, wer entscheidet, wie die Stimmung war und ob gelacht wurde. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist das Gegenteil davon: Der Ton eines Gesprächs sagt mehr über die nächste Chance aus als jedes Ergebnisfeld. „Freundlich, aber gerade im Stress, will im September wieder gefragt werden“ ist eine Information, mit der man im September arbeiten kann. „Kein Interesse“ ist es nicht.
Hersteller von Anbauverdichtern
Schema · anonymisiertes Beispiel
Geschäftsführer, direkt erreicht, zweiter Versuch
Verkauft über Händler, Unterlagen sind von 2019. Produktmappe ist Thema, aber „nicht vor der Messe“. Vertrieb besteht aus zwei Leuten, einer davon neu.
Offen, hat gelacht, wollte wissen, wer wir sind. Kein Abwimmeln.
Wiedervorlage nach der Messe — Unterlagen vorher per Mail, Betreff auf Händlervertrieb abstellen
Die Folgeaufgaben setzt Andrea selbst, nach ihrem eigenen Urteil. Niemand gibt ihr vor, dass nach genau vierzehn Tagen nachgefasst wird — sie war im Gespräch, sie weiß, ob es zwei Wochen oder ein halbes Jahr sind. Diese Entscheidung an ein starres Raster abzugeben, wäre der sichere Weg, um zum falschen Zeitpunkt anzurufen.
Der Nutzen zeigt sich, wenn jemand anderes übernimmt — bei Urlaub, Krankheit oder wenn zwei Listen parallel laufen. Dann muss die Vertretung nur den Kontakt im System aufrufen: Dort steht der ganze Verlauf, der Ton der letzten Gespräche und der nächste Schritt. Kein Übergabetermin, keine Rückfragen, kein Kunde, der zum dritten Mal dasselbe erzählen muss. Wie so ein Eintrag in HubSpot entsteht und wozu wir das System sonst noch nutzen, steht im KI-Reporting.
Sechzehn Regeln.
Zweiunddreißig Karten.
Alles, was oben steht, in Kurzform — als Memory. Decken Sie zwei gleiche Karten auf, dann erscheint die Regel dahinter. Wer alle sechzehn Paare findet, hat die Kaltakquise einmal komplett durchgespielt.
- Erst zuhören. Wer im ersten Satz sein Angebot unterbringt, hat das Gespräch schon verloren. Fragen Sie zuerst, was gerade ansteht.
- Kein Skript. Ein Einstieg als Orientierung hilft. Ab dem dritten Satz hört jeder, dass vorgelesen wird.
- Namen merken. Wer beim zweiten Anruf den Namen der Assistenz kennt, kommt durch.
- Die Zentrale ist Partner. Das Sekretariat ist keine Hürde, sondern der beste Wegweiser im Haus — wenn man es fragt statt es zu umgehen.
- Ein Nein hat ein Datum. Es gilt für heute, nicht für immer. Fragen Sie, wann es besser passt, und notieren Sie es.
- Pausen aushalten. Wer nach seiner Frage schweigt, bekommt eine Antwort. Wer nachschiebt, bekommt eine Ausrede.
- Kurz halten. Zwei Minuten für den Einstieg. Wer länger braucht, wird abgewürgt und weiß hinterher nicht, warum.
- Vorher recherchieren. Wer weiß, was die Firma baut und an wen sie verkauft, führt ein Fachgespräch statt eines Werbeanrufs.
- Alles notieren. Was nicht im System steht, ist beim nächsten Anruf verloren — auch der Ton des Gesprächs.
- Wiedervorlage setzen. Die Termine des vierten Monats entstehen aus den Anrufen des ersten.
- Nachfassen. Unterlagen ohne Nachfassanruf sind ein Brief ins Nichts. Der Anruf danach ist der eigentliche Termin.
- Ehrlich absagen. Passt es fachlich nicht, sagen Sie es. Das spart beiden Seiten einen verlorenen Nachmittag.
- Lächeln hört man. Die Stimme verrät die Haltung — deshalb telefoniert niemand gut, der den Job ungern macht.
- Dialekt zeigen. Wer klingt wie ein Mensch aus einer Gegend, klingt nicht wie eine Zentrale. Das nimmt Distanz heraus.
- Dranbleiben. Zwischen erstem Anruf und Termin liegen oft Monate. Wer nach dem zweiten Versuch aufgibt, verschenkt die Vorarbeit.
- Absagen abschütteln. Wer eine schroffe Abfuhr mitnimmt, klingt beim nächsten Anruf vorsichtig. Und Vorsicht hört man sofort.
Wenn ein Termin steht,
geht es schnell.
Der wertvollste Moment der ganzen Kette ist der, in dem jemand Ja sagt. Genau dort verlieren viele Unternehmen die Termine wieder — weil die Übergabe an den Vertrieb länger dauert als das Interesse.
Bei uns kommt ein Termin auf dem kürzesten verfügbaren Weg an: als Nachricht oder Sprachnachricht direkt an mich, oder Andrea ruft an und wir stimmen uns kurz ab. Kein Formular, kein wöchentlicher Übergabetermin, keine Sammelmail am Freitag. Wenn der Kunde am Dienstagvormittag Interesse hat, weiß ich es am Dienstagvormittag.
Was ich dabei bekomme, ist mehr als Datum und Uhrzeit: mit wem ich spreche, worüber gesprochen wurde, was die Firma macht und in welchem Ton das Gespräch lief. Damit kann ich vorbereitet in den Termin gehen, ohne dass der Kunde alles wiederholen muss. Das ist der Punkt, an dem sich die Protokollierung auszahlt — nicht in der Statistik, sondern im ersten Satz des zweiten Gesprächs.
Für Kunden, die unsere Kaltakquise buchen, läuft es genauso, nur mit Ihrem Vertrieb am anderen Ende: Der Termin geht direkt an die Person, die ihn wahrnimmt, mit allem, was im Vorgespräch zur Sprache kam. Was wir übernehmen und wo Ihr Vertrieb übernimmt, steht auf der Seite zum Auftrags-Motor.
Sechs Fehler,
die Kaltakquise ruinieren.
Wenn Telefonakquise nicht funktioniert, liegt es fast nie am Telefon. Es liegt an einer dieser sechs Entscheidungen.
Den Job an den Falschen geben
Kaltakquise landet oft bei dem, der gerade Luft hat — beim Azubi, beim Praktikanten, bei der Bürokraft nebenbei. Das ist keine Frage der Wertschätzung, sondern der Eignung: Wer den ganzen Tag freundlich bleiben soll, während zwei Drittel der Angerufenen keine Zeit haben, braucht dafür eine Veranlagung. Wer sie nicht hat, hört nach zwei Wochen auf.
Zu früh aufgeben
Nach drei Wochen ohne Termin wird das Projekt beerdigt und der Schluss gezogen, Kaltakquise funktioniere nicht mehr. Dabei fängt sie erst an zu tragen, wenn die ersten Wiedervorlagen zurückkommen. Die Termine des vierten Monats stammen aus Anrufen des ersten. Wer vorher abbricht, bezahlt die Vorarbeit, ohne die Ernte mitzunehmen.
Kein Gedächtnis führen
Notizen im Kopf, auf Zetteln oder in einer Tabelle, die niemand außer einer Person versteht. Fällt diese Person aus, ist der halbe Vertrieb weg. Und der Kunde, der beim zweiten Anruf alles noch einmal erzählen darf, merkt sofort, dass ihn beim ersten Mal niemand ernst genommen hat.
Ein Skript vorlesen lassen
Skripte beruhigen den Auftraggeber und ruinieren das Gespräch. Man hört Vorgelesenes sofort — an der Betonung, an den Pausen an den falschen Stellen. Ein Einstieg als Orientierung ist sinnvoll, alles danach muss ein Gespräch sein. Sonst rufen Sie mit erheblichem Aufwand an, um wie eine Bandansage zu klingen.
Nur Termine zählen
Wer die Leistung ausschließlich an der Terminzahl misst, bekommt Termine — auch die, aus denen nie etwas wird. Die interessanteren Kennzahlen stehen daneben: Wie viele Gespräche kamen bis zum Entscheider durch? Wie viele Wiedervorlagen sind offen? Wie viele Termine wurden nach dem ersten Gespräch zu Kunden?
Die Liste ungeprüft abtelefonieren
Gekaufte Adressen ohne Vorbereitung, quer durch alle Branchen: So entsteht der Werbeanruf, den alle hassen. Die Liste entscheidet mit über den Ton — wer nur Firmen anruft, denen er wirklich helfen kann, führt automatisch bessere Gespräche. Und rechtlich ist das ohnehin die Grundlage: Im B2B braucht es das mutmaßliche Interesse des Angerufenen.
Was ich selbst
nicht könnte.
Ich kann ein Angebot schreiben, eine Marke aufbauen und eine Website von Hand bauen. Was ich nicht könnte: zweihundertmal im Monat freundlich bleiben, wenn hundertachtzigmal jemand keine Zeit hat. Nach dem fünften „Schicken Sie mal was rüber“ würde man es meiner Stimme anhören — und genau das ist der Unterschied zwischen jemandem, der telefonieren kann, und jemandem, der es aushält.
Andrea telefoniert seit 2020 für uns, und in dieser Zeit ist mir kein einziger Anruf untergekommen, bei dem ich mich für den Ton hätte rechtfertigen müssen. Das ist bei einer Disziplin, die einen so schlechten Ruf hat, keine Selbstverständlichkeit. Sie bleibt an Kontakten dran, bei denen ich längst weitergezogen wäre, und aus einigen davon sind Kunden geworden, die uns heute noch begleiten.
Wenn Sie über Kaltakquise nachdenken und nur eine Sache aus diesem Text mitnehmen, dann diese: Suchen Sie nicht nach dem besten Skript, dem besten Werkzeug oder der besten Adressliste. Suchen Sie die richtige Person. Alles andere lässt sich lernen, kaufen oder nachbauen. Das nicht.
Sascha Wenzel, Inhaber
Was uns zur Telefonakquise
am häufigsten gefragt wird.
Ist Kaltakquise im B2B überhaupt erlaubt?
Gegenüber Unternehmen ist der Telefonanruf zulässig, wenn ein mutmaßliches Interesse an der angebotenen Leistung besteht — anders als gegenüber Privatpersonen, wo eine ausdrückliche Einwilligung nötig ist. Genau deshalb ist die Auswahl der Firmen kein Nebenschauplatz: Wir rufen nur dort an, wo unsere Leistung fachlich passt. Eine Rechtsberatung ist das nicht, aber es ist die Grundlage, nach der wir arbeiten.
Wie viele Anrufe brauchen wir für einen Termin?
Das hängt an Branche, Liste und Ansprechpartner und wäre als pauschale Zahl unseriös. Verlässlicher ist die andere Richtung: Im Auftrags-Motor telefonieren wir bis zu 300 Anrufe im Monat, und was daraus wird, steht wöchentlich im Bericht — Gespräche, Wiedervorlagen, Termine. Nach dem ersten Monat wissen Sie, wie Ihre Zahlen aussehen, statt mit unseren zu rechnen.
Können wir das nicht selbst machen?
Können Sie — wenn Sie jemanden haben, der es gern tut und dem Sie den Rücken freihalten. Der übliche Fehler ist, es nebenbei laufen zu lassen: Wer vormittags Angebote schreibt und nachmittags akquirieren soll, telefoniert nach der ersten stressigen Woche gar nicht mehr. Kaltakquise braucht einen festen Platz im Kalender und jemanden, dem die Absagen nichts ausmachen.
Was passiert mit den Kontakten, wenn wir aufhören?
Die gehören Ihnen. Sie bekommen den vollständigen Stand mit allen Gesprächsnotizen und offenen Wiedervorlagen — in einem Format, mit dem Ihr Vertrieb weiterarbeiten kann. Uns ist es lieber, Sie hören auf und behalten alles, als dass Sie bleiben, weil Ihre Daten bei uns liegen.
Ruft bei uns immer dieselbe Person an?
In aller Regel ja, und das ist Absicht: Wer Ihre Firma und Ihre Zielgruppe kennt, führt bessere Gespräche als jemand, der jede Woche wechselt. Bei Urlaub oder Krankheit übernimmt jemand anderes aus unserem festen Team — und weil jeder Anruf im System steht, ohne dass Ihre Kontakte davon etwas merken.
Was kostet Kaltakquise bei Ihnen?
Der Auftrags-Motor beginnt bei 2.490 € im Monat zzgl. MwSt. und enthält die Anrufe, die Vorbereitung, die Protokollierung und das wöchentliche Reporting. Der verbindliche Preis entsteht nach dem Erstgespräch im schriftlichen Angebot — abhängig davon, wie viele Anrufe sinnvoll sind und wie aufwendig die Recherche ist.