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Auswertung der Sichtbarkeit in KI-Assistenten am Bildschirm

Sichtbarkeit

Der Einkäufer fragt ChatGPT.

Ein Teil der Lieferantensuche beginnt nicht mehr bei Google. Was das für Industriebetriebe bedeutet — und was davon wirklich in Ihrer Hand liegt.

Was sich gerade verschiebt

Die klassische Lieferantensuche lief über Google, ein paar Klicks, eine Anfrage. Ein wachsender Teil läuft heute anders: Der Einkäufer tippt seine Anforderung in einen Assistenten und bekommt eine Antwort mit drei, vier genannten Anbietern. Wer dort nicht vorkommt, steht nicht auf Seite zwei — er kommt schlicht nicht vor.

Wie groß dieser Anteil in Ihrer Nische ist, weiß niemand seriös. Belastbar ist nur: Er ist nicht null, und er wächst. Für ein Bauteil mit fünf möglichen Lieferanten in Deutschland reicht das, um Anfragen zu verschieben.

Warum eine gute Website nicht automatisch reicht

Assistenten lesen keine Websites in dem Sinn, in dem ein Mensch sie liest. Sie stützen sich auf das, was über ein Unternehmen an vielen Stellen übereinstimmend steht — und auf Quellen, die sie beim Beantworten der Frage live abrufen. Eine schöne Startseite mit dem Satz „Ihr Partner für anspruchsvolle Lösungen" liefert dabei nichts Verwertbares. Die Maschine braucht überprüfbare Angaben: was Sie fertigen, in welchen Abmessungen, für welche Branchen, wo Sie sitzen.

Woraus das Bild von Ihnen entsteht

  • Ihre eigenen Seiten, aber konkret. Eine Produktseite, die Werkstoffe, Toleranzen, Stückzahlen und Einsatzgebiete benennt, ist zitierfähig. Eine Imageseite ist es nicht.
  • Was andere über Sie schreiben. Branchenverzeichnisse, Lieferantenplattformen, Fachpresse, Messelisten, Verbandsseiten. Übereinstimmende Angaben an vielen Orten wiegen schwerer als die schönste Selbstbeschreibung.
  • Eindeutigkeit. Wenn Firmenname, Adresse und Leistungsbeschreibung überall leicht anders lauten, ordnet die Maschine die Bruchstücke nicht sicher demselben Unternehmen zu.
  • Antworten auf echte Fragen. Texte, die konkrete Fragen beantworten, werden häufiger als Quelle herangezogen als Texte, die Leistungen aufzählen.

Was Sie sich sparen können

Um dieses Thema ist innerhalb kurzer Zeit ein Markt für Pakete entstanden, die Sichtbarkeit in KI-Antworten versprechen. Vorsicht: Niemand kann garantieren, dass ein Assistent Sie nennt — die Anbieter veröffentlichen keine Rangfolge, und dieselbe Frage liefert je nach Formulierung unterschiedliche Antworten.

Auch für spezielle Dateien wie eine llms.txt gibt es bislang keinen Beleg, dass sie in den großen Systemen etwas bewirkt. Google hat öffentlich gesagt, dass für die Darstellung in den eigenen KI-Antworten keine besondere Auszeichnung nötig ist. Wer Ihnen etwas anderes verkauft, verkauft Ihnen Hoffnung.

Was tatsächlich hilft

Der unspektakuläre Weg funktioniert: saubere, sachliche Produktseiten mit echten Daten. Ein Unternehmensprofil, das überall dieselben Angaben führt. Einträge in den Verzeichnissen Ihrer Branche. Texte, die Fragen beantworten statt Eigenschaften aufzuzählen. Das ist dieselbe Arbeit, die auch bei Google wirkt — sie zahlt jetzt nur doppelt ein.

Und davor steht eine Bestandsaufnahme. Fragen Sie die gängigen Assistenten einmal selbst, wer in Ihrer Nische liefert. Wenn Ihr Wettbewerber genannt wird und Sie nicht, wissen Sie, woran Sie sind. Wenn etwas Falsches über Sie behauptet wird, wissen Sie es auch — und das ist der Teil, der wirklich wehtut.

Genug gelesen. Jetzt wird gemacht.

Wir prüfen monatlich, was die Assistenten über Sie sagen.