Die kurze Antwort
Wir bauen keine WordPress-Seiten. Nicht, weil das System schlecht wäre — es hält einen großen Teil des Netzes am Laufen. Sondern weil es für einen Betrieb gemacht ist, den unsere Kunden nicht führen: für Häuser, in denen jemand sitzt und regelmäßig Inhalte pflegt.
Die technische Seite des Vergleichs steht in einem eigenen Text, mit gemessenen Zahlen: WordPress oder handgebaut. Hier geht es um die Entscheidung dahinter.
Sie kennen das Muster aus dem Schaltschrank
Vor zwölf Jahren sauber aufgebaut. Dann kam eine Erweiterung dazu, später ein zweites Modul von einem anderen Hersteller, irgendwann eine Zwischenlösung, die eigentlich provisorisch war. Heute funktioniert alles, aber niemand fasst es mehr freiwillig an, und wer etwas ändert, prüft danach die halbe Anlage.
Genau so altern die WordPress-Installationen, die wir übernehmen. Ein Dutzend Plugins, jedes für sich einmal sinnvoll, inzwischen voneinander abhängig. Ein Caching-Plugin, das alte Inhalte ausliefert, während im Backend längst etwas anderes steht. Ein Seitenbaukasten, der für eine Überschrift vierzig Zeilen Code erzeugt. Updates, die keiner einspielt, weil beim letzten Mal danach das Layout kaputt war.
Grund eins: Es braucht dauernd Wartung
WordPress ist kein Möbelstück, das man hinstellt. Kern und Plugins bekommen laufend Aktualisierungen, und jede davon kann etwas verschieben. Wer sie einspielt, muss danach nachsehen, ob die Seite noch so aussieht wie vorher. Wer sie nicht einspielt, sammelt bekannte Lücken an.
Das ist zu leisten, wenn jemand zuständig ist. In den Betrieben, für die wir arbeiten, ist niemand zuständig. Das ist die ehrlichste Beobachtung aus fünfzehn Jahren, und sie steht hier: Im Betrieb kennt keiner die eigene Website.
Grund zwei: Das Backend benutzt keiner
Der Hauptgrund für ein Redaktionssystem ist die Möglichkeit, selbst Inhalte zu ändern. Bei unseren Kunden wird diese Möglichkeit fast nie genutzt. Zwei Zugänge werden eingerichtet, einer davon meldet sich nie an, der andere zweimal im ersten Jahr. Danach kommen die Änderungen doch per Telefon, weil es schneller geht, als sich in eine Oberfläche einzuarbeiten, die man dreimal im Jahr sieht.
Ein Werkzeug, das niemand benutzt, kostet trotzdem: an Wartung, an Ladezeit, an Angriffsfläche.
Grund drei: Sie zahlen für Fähigkeiten, die Sie nicht abrufen
- Hosting mit PHP und Datenbank statt einfachem Webspace
- Lizenzen für die Plugins, die im Theme mitgeliefert wurden
- Wartung, die den Update-Zyklus mitgehen muss statt nur nachzusehen
- Und im Zweifel eine Reparatur, wenn nach einem Update etwas klemmt
Für einen Verlag ist das gut investiert. Für fünfzehn bis dreißig Seiten, die sich zweimal im Jahr ändern, ist es ein schlechtes Geschäft.
Was wir stattdessen tun, wenn sich etwas ändert
Sie rufen an oder schreiben zwei Zeilen. Neuer Preis, neues Foto, neuer Ansprechpartner, eine Stellenanzeige — wir setzen es um. Im Wartungsvertrag ab 299 € im Monat sind bis zu zwei Stunden Änderungen enthalten, dazu der monatliche Rundgang über die Seite. Monatlich kündbar. Wie so eine Seite gebaut wird und was bei der Übergabe alles auf Ihren Namen läuft, steht im Leitfaden Vom Entwurf zur fertigen Website.
Wenn in Ihrem Haus doch jemand selbst etwas pflegen soll, bauen wir genau dafür einen kleinen Bereich — eine Stellenliste, eine Terminübersicht, eine Produktseite. Was gepflegt werden muss, wird pflegbar. Der Rest bleibt fest.
Wann Sie WordPress wirklich brauchen
Diese Fälle gibt es, und dann sind wir nicht die Richtigen:
- Sie haben jemanden im Haus, der wöchentlich Inhalte schreibt
- Sie brauchen einen Shop mit Warenkorb, Zahlarten und Bestand. Dann wäre aber ohnehin eher Shopify oder ein vergleichbares Shopsystem die richtige Wahl — WordPress ist von Haus aus kein Shop, sondern wird über ein Plugin dazu gemacht.
- Mehrere Autoren mit Rollen und Freigaben arbeiten an der Seite
- Ein Portal mit Anmeldung, Downloadbereich oder Kundenkonten steht an
Dann sagen wir das im Erstgespräch und empfehlen jemanden, der das gut macht. Ein Auftrag, den wir gegen unsere Überzeugung annehmen, wird für beide Seiten teuer.
Und wenn Sie schon eine WordPress-Seite haben?
Dann sehen wir sie uns an und sagen Ihnen, was sinnvoll ist. Manchmal reicht Wartung: aufräumen, entrümpeln, aktuell halten. Manchmal ist der Umbau günstiger als das Aufräumen, weil unter der Oberfläche mehr Baustellen liegen als darüber. Das entscheidet der Zustand, nicht unsere Vorliebe.
Warum wir das so deutlich sagen
Weil die Frage sonst im Raum steht. Viele Betriebe gehen davon aus, dass eine Website automatisch WordPress heißt — das ist die Voreinstellung im Markt. Wenn wir vorher sagen, was wir nicht machen, sparen wir Ihnen und uns eine Runde.
Genug gelesen. Jetzt wird gemacht.
Ab 299 € im Monat. Sie rufen an, wir setzen es um.