Gleich vorweg
Die Seite, die Sie gerade lesen, hat eine KI mitgebaut: Claude, ein Sprachmodell des US-Unternehmens Anthropic. Das gilt für den Code, für die Animationen im Handbuch und für einen großen Teil der Texte — auch für diesen hier. Claude hat ihn getippt, und ich habe ihn so lange umschreiben lassen, bis jeder Satz meiner ist. So läuft das bei jedem Text auf dieser Seite.
Ich lege das offen, weil ich von meinen Kunden dasselbe erwarte: keine Geheimniskrämerei über die Werkzeuge, mit denen gearbeitet wird. Wer den Einsatz von KI verschweigt, füttert genau das Misstrauen, das er vermeiden will.
Wie die Zusammenarbeit aussieht
Ich sage, was auf die Seite soll, für wen es gedacht ist und wie es klingen muss. Claude baut und formuliert. Dann lese ich — und dann wird gestrichen, umgestellt, verboten. Es gibt Wörter, die auf dieser Website nicht vorkommen dürfen, weil ich sie nicht mag. Es gibt Vergleiche, die rausgeflogen sind, weil sie schief waren. Der Rat mit der eigenen Hausmesse im Messe-Leitfaden, die Beobachtung, dass es in der Frostperiode ruhig ist und danach hektisch: Das steht da, weil ich es erlebt habe. Eine KI kann vieles, aber sie war noch auf keiner Baustelle und hat noch keinem Kunden die Hand gegeben.
Ich bilde mir nicht ein, schneller zu schreiben als ein Sprachmodell oder sauberer zu programmieren. Muss ich auch nicht. Meine Arbeit ist eine andere: entscheiden, was gesagt wird, wie es gesagt wird und was hier niemals stehen würde. Der Ton, die Werte, die Vorstellung davon, wie man mit Kunden redet — das fließt in jede Zeile ein. Am Ende trägt alles meine Handschrift, nur die Tipparbeit nicht.
Warum überhaupt
Die ehrliche Antwort: Die Ideen waren immer da, die Umsetzung war der Flaschenhals. Wer einmal versucht hat, mit einem Redaktionssystem und zwanzig Plugins eine Vorstellung umzusetzen, die nicht im Baukasten vorgesehen war, kennt das Gefühl — man verbringt den Abend in Einstellungsmenüs und begräbt die Idee irgendwann leise. Warum wir von solchen Systemen weg sind, steht im eigenen Text über WordPress.
Heute beschreibe ich, was ich vor mir sehe, und bekomme es gebaut: den Posteingang, der sich im Newsletter-Leitfaden von selbst aufräumt, die Website als Explosionszeichnung, das Heft eines Kunden, das sich im Browser durchblättern lässt wie auf dem Messetisch. Nichts davon wäre früher an der Idee gescheitert — alles an der Umsetzung. Genau dafür ist KI ein großartiges Werkzeug: Sie erweckt Vorstellungen zum Leben, die sonst in der Schublade geblieben wären.
Einer von der alten Schule
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich komme nicht aus der KI-Begeisterung, ich komme aus dem Handwerk. Zwanzig Jahre Photoshop, InDesign und Illustrator — Reinzeichnungen, Druckdaten, Beschnitt, alles von Hand. Ich habe diese Programme geliebt und regelmäßig verflucht: Updates, nach denen Werkzeuge woanders lagen. Funktionen, die nicht taten, was sie sollten. Abstürze, exakt eine Minute vor dem Speichern.
Heute sage ich in Claude Design, was ich möchte, und bekomme es — nicht immer beim ersten Mal, aber ohne den Kleinkrieg mit dem Werkzeug. Das ist kein Verrat am Handwerk. Ob ein Entwurf gut ist, ob eine Doppelseite sitzt, ob ein Bild lügt: Das beurteilt kein Programm, das beurteilen zwanzig Jahre Erfahrung. Die Werkzeuge haben sich immer geändert. Das Auge nicht.
Warum hier KI-Bilder hängen — und warum es dransteht
Auch das Bild oben auf dieser Seite ist KI-erzeugt, und es steht direkt daneben. Jedes generierte Bild auf dieser Website trägt diese Kennzeichnung sichtbar am Bild — seit August 2026 verlangt das die KI-Verordnung, wir haben es schon vorher so gehalten. Umgekehrt gilt das auch: Die Produktmappe im Produktmappen-Leitfaden ist eine Reproduktion echter Druckseiten und trägt bewusst kein Label — ein KI-Hinweis auf einem echten Dokument wäre genauso falsch wie ein fehlender auf einem erzeugten.
Und eine Grenze bleibt: Für Kundenprojekte sind echte Fotos die erste Wahl — warum das Handyfoto aus der Halle jedes Datenbank-Bild schlägt, steht im Text über Handyfotos. KI-Bilder setzen wir dort ein, wo etwas gezeigt werden soll, das kein Foto hergibt: Umgebungen für Entwürfe, Stimmungen, Illustrationen. Ihre Maschine, Ihr Logo, Ihre Halle erfindet hier niemand nach.
Macht das nicht Leute arbeitslos?
Ich kann nicht für jede Branche sprechen, nur für meinen Schreibtisch. Dort hat die KI niemanden ersetzt — sie hat Dinge möglich gemacht, die vorher schlicht nicht stattgefunden hätten, weil sie unbezahlbar gewesen wären. Sechs interaktive Leitfäden, ein blätterbares Kundenheft, Texte, die vor jeder Freigabe dreimal gegengelesen werden: Das wäre als Handarbeit ein Jahresprojekt gewesen. Jetzt gibt es das, und meine Arbeitszeit steckt dort, wo sie hingehört — in den Entscheidungen, den Kundengesprächen und der Qualitätskontrolle.
Weggefallen ist die Fronarbeit: das Freistellen um dreiundzwanzig Uhr, das Nachbauen derselben Vorlage zum vierzigsten Mal, die Fehlersuche in fremdem Baukasten-Code. Um die trauere ich nicht. KI ist bei uns ein Werkzeug, das das tägliche Arbeiten unterstützt — ein sehr gutes. Ein Kollege mit Prokura ist sie nicht.
Was das für Sie heißt
Wenn wir für Sie arbeiten, gilt dieselbe Arbeitsteilung: Ihr Wissen, Ihr Ton und Ihre Freigabe — und Werkzeuge, die schneller machen, wo Schnelligkeit keine Qualität kostet. Was rausgeht, hat vorher ein Mensch gelesen, geprüft und verantwortet. Warum das nicht nur eine Vorsichtsmaßnahme ist, sondern der Grund, warum ein Geschäftsführer diese Arbeit nicht abends selbst machen sollte, steht in einem eigenen Text. Sie dürfen uns jederzeit fragen, wo KI im Spiel war. Sie bekommen eine ehrliche Antwort — so wie auf dieser Seite. Wo bei einem Website-Projekt genau die Maschine arbeitet und wo ein Mensch entscheidet, steht im Leitfaden Vom Entwurf zur fertigen Website.
Genug gelesen. Jetzt wird gemacht.
Was KI in Ihrem Marketing leisten kann — nüchtern geprüft statt groß versprochen.