Die Frage ist nicht, ob es billiger geht
Es geht immer billiger. Wenn Sie heute drei Angebote für eine Firmenwebsite einholen, können 500 Euro darunter sein und 12.000, und beide Anbieter meinen dasselbe Wort. Das macht den Vergleich so unangenehm: Sie sehen vier Zahlen und keine Erklärung, warum die eine zwanzigmal so hoch ist wie die andere.
Die Erklärung ist einfacher, als sie klingt. Der Unterschied liegt fast vollständig in der Arbeitszeit, die jemand hineinsteckt, und in der Frage, ob vorher jemand über Ihr Geschäft nachgedacht hat. Alles andere — Technik, Hosting, Design — kostet in allen vier Fällen ungefähr gleich wenig.
Vier Preisschilder nebeneinander, mit dem, was jeweils dahintersteckt. Klicken Sie sich durch.
500 €
Die digitale Visitenkarte
Eine Vorlage, mit Ihren Texten gefüllt.
Wer baut
Sie selbst im Baukasten — oder jemand nebenberuflich an zwei Abenden
Arbeitszeit
drei bis fünf Stunden, plus Ihre eigene
Läuft danach
Baukasten-Abo, 15 bis 30 € im Monat
Das ist drin
- Eine Vorlage aus dem Katalog, Farben angepasst
- Drei bis fünf Seiten mit Ihren Texten
- Handy-Ansicht, weil die Vorlage sie mitbringt
- Kontaktformular und eigene Adresse
Das fehlt
- Ein Aufbau, der zu Ihren Kunden passt statt zur Vorlage
- Eigene Bilder aus dem Betrieb
- Alles, was mit Auffindbarkeit zu tun hat
- Jemand, der bei Fehlern geradesteht
Passt für: Betriebe, die ausgelastet sind und nur gefunden werden wollen, wenn jemand den Firmennamen eintippt. Das ist ein legitimes Ziel — und dafür sind 500 Euro gut angelegt.
1.000 €
Dieselbe Seite, aufgeräumt
Eine Vorlage, eingerichtet von jemandem, der das kann.
Wer baut
ein Freiberufler, der das schon oft gemacht hat
Arbeitszeit
acht bis zwölf Stunden, meist an einem Stück
Läuft danach
Hosting ab 10 € im Monat, Änderungen nach Aufwand
Das ist drin
- Eine ausgesuchte Vorlage statt der erstbesten
- Ihre eigenen Fotos, zugeschnitten und eingesetzt
- Texte gekürzt und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht
- Impressum und Datenschutz aus einem Generator
- Das Formular wurde einmal echt abgeschickt
Das fehlt
- Texte, die jemand für Sie geschrieben hat
- Eine Struktur, die aus Ihren Kunden abgeleitet ist
- Ladezeit als Thema — sie ist, was die Vorlage hergibt
- Technische Daten, Anwendungen, Produktbereich
Passt für: den Betrieb, der einen ordentlichen Auftritt braucht und ihn zwei Jahre so stehen lassen will. Deutlich besser als die 500er — und immer noch die Vorlage von jemand anderem.
5.000 €
Die erste, die arbeitet
Erst wird gefragt, dann gebaut.
Wer baut
eine kleine Agentur oder ein erfahrener Einzelkämpfer, mit Briefing davor
Arbeitszeit
vierzig bis sechzig Stunden über sechs bis zehn Wochen
Läuft danach
Hosting und Wartung, je nach Vereinbarung
Das ist drin
- Ein Gespräch, bevor irgendetwas gebaut wird
- Ein Aufbau nach Ihren Kunden, nicht nach einem Katalog
- Texte, die jemand schreibt und mit Ihnen abstimmt
- Ihre Betriebsfotos aufbereitet statt Bilddatenbank
- Zehn bis fünfzehn Seiten mit eigener Adresse
- Rechtstexte, die zu dem passen, was die Seite tut
- Ladezeit gemessen, Anmeldung bei Google erledigt
Das fehlt
- Produktkatalog mit Datenblättern zum Herunterladen
- Eine zweite Sprache
- Ein Fototermin im Betrieb
Passt für: Betriebe, deren Kunden vor dem ersten Anruf recherchieren. Ab hier ist die Website ein Vertriebsinstrument und keine Pflichtübung mehr.
10.000 €
Die, die verkauft
Mit Produktbereich, Datenblättern und zweiter Sprache.
Wer baut
ein Team mit verteilten Rollen: Beratung, Text, Gestaltung, Technik
Arbeitszeit
achtzig bis hundertzwanzig Stunden über zwei bis drei Monate
Läuft danach
Wartung und regelmäßige Erweiterung
Das ist drin
- Alles aus der 5.000er-Stufe
- Produktbereich: je Gerät eine Seite mit Daten und Datenblatt
- Anwendungsseiten je Branche, auf die Ihr Vertrieb verlinken kann
- Zweite Sprache mit eigenen Adressen
- Ein Fototermin im Betrieb statt gekaufter Motive
- Ein Bericht, der zeigt, was die Seite tatsächlich bringt
Das fehlt
- Ein Shop mit Warenkorb und Zahlung
- Ein Portal mit Anmeldung und Nutzerkonten
- Tägliche redaktionelle Betreuung
Passt für: Hersteller mit erklärungsbedürftigem Programm, bei denen ein einziger gewonnener Auftrag die ganze Website bezahlt.
Größenordnungen aus Angeboten, die uns Kunden gezeigt haben, und aus eigener Kalkulation. Kein Angebot rechnet exakt so — die Verhältnisse stimmen trotzdem.
Der Preis ist Zeit
Rechnen Sie die vier Zahlen einmal in Stunden um. Je nachdem, wer arbeitet, liegen Stundensätze in dieser Branche zwischen 80 und 150 Euro. Nehmen Sie die Mitte, dann sind 500 Euro etwa vier Stunden, 1.000 Euro etwa zehn, 5.000 Euro etwa fünfzig und 10.000 Euro etwa hundert.
Vier Stunden reichen, um eine Vorlage zu installieren und Ihre Texte einzufügen. Sie reichen nicht, um sich anzusehen, wonach Ihre Kunden suchen. Genau da verläuft die Grenze, und sie liegt irgendwo zwischen der 1.000er- und der 5.000er-Stufe.
So sehen fünfzig Stunden von innen aus. Das ist unsere eigene Kalkulation für eine kompakte Firmenwebsite mit zwölf Seiten:
Aufwand statt Preis
Wohin fünfzig Stunden gehen
Kompakte Firmenwebsite, zwölf Seiten, ein Betrieb im Maschinen- oder Gerätebau. Eigene Kalkulation, gerundet.
Texte schreiben und abstimmen
14 h
Der größte Posten, und der, den sich alle am kleinsten vorstellen
28 %
Bau und Technik
10 h
Seiten bauen, Formular, Ladezeit, Verhalten auf dem Telefon
20 %
Bilder aufbereiten
8 h
Sichten, zuschneiden, in fünf Größen rechnen, benennen
16 %
Gestaltung
6 h
Farben, Schriften, Raster — einmal richtig, danach gilt es überall
12 %
Struktur und Seitenplan
5 h
Welche Seite gibt es, unter welcher Adresse, für welche Frage
10 %
Prüfungen und Livegang
4 h
Rechtstexte, Weiterleitungen der alten Adressen, Anmeldung bei Google
8 %
Briefing und Bestandsaufnahme
3 h
Zuhören, die alte Seite ansehen, Zahlen holen
6 %
Zusammen, bevor die Seite online geht
50 h
Zwei Dinge fallen auf. Erstens gehen mehr als vier von zehn Stunden in Texte und Bilder, also in Inhalt — nicht in Technik. Zweitens taucht „Design“ mit sechs Stunden auf, obwohl die meisten Angebote genau dafür verkauft werden. Wer Ihnen eine Website vor allem über das Aussehen anbietet, hat den größten Teil der Arbeit noch nicht erwähnt. Wie dieser Weg im Einzelnen abläuft, steht in den beiden Leitfäden Website erstellen lassen und Vom Entwurf zur fertigen Website.
Woran Sie den Unterschied nicht sehen
Am Aussehen. Das ist die unangenehme Wahrheit hinter jedem Preisvergleich: Eine gute Vorlage für 500 Euro sieht auf dem ersten Blick besser aus als manche 5.000-Euro-Seite, weil sie von Leuten gestaltet wurde, die nichts anderes machen und ihre Arbeit zehntausendfach verkaufen. Wer zwei Startseiten nebeneinanderlegt und danach entscheidet, entscheidet falsch.
Sie sehen den Unterschied auch nicht auf dem Telefon. Handy-Ansicht kann jeder Baukasten, das ist seit Jahren kein Merkmal mehr. Und Sie sehen ihn nicht am Impressum, weil der Generator denselben Text ausspuckt wie der Anwalt, nur ohne Prüfung.
Woran Sie ihn sehen
An drei Stellen, und alle drei zeigen sich erst nach ein paar Monaten.
Bei der Suche. Wer nach Ihrem Firmennamen sucht, findet jede der vier Seiten. Wer nach „Anbauverdichter für Kanalbau“ sucht, findet nur die, bei der jemand vorher überlegt hat, welche Frage auf welcher Seite beantwortet wird. Das ist keine Zauberei und kein Werkzeug, das ist Struktur — und Struktur kostet Stunden.
Bei den Anfragen. Nicht an der Zahl, sondern an der Qualität. Eine Seite, die Ihr Programm erklärt, filtert vor: Wer anruft, weiß ungefähr, was er will. Eine Visitenkarten-Seite filtert nichts, also führt Ihr Vertrieb dieselben Erstgespräche wie vorher.
Nach zwei Jahren. Die 500er ist dann meist veraltet und wird stillschweigend nicht mehr verlinkt. Die 5.000er ist noch aktuell, weil jemand alle paar Monate etwas nachträgt. Der Unterschied ist nicht die Technik, sondern ob jemand zuständig ist.
Wann 500 Euro die richtige Entscheidung sind
Öfter, als uns lieb sein kann. Wenn Ihr Auftragsbuch voll ist, Ihre Kunden seit zwanzig Jahren dieselben sind und Sie niemanden suchen, dann ist eine Website ein Adressnachweis. Dafür reicht der Baukasten, und jeder Euro darüber hinaus wäre verbrannt.
Dasselbe gilt, wenn Sie in zwei Jahren übergeben oder wenn Ihr Geschäft über Ausschreibungen läuft, bei denen die Website keine Rolle spielt. Wir sagen Betrieben das auch dann, wenn wir damit ein Projekt verlieren. Ein Kunde, der zu viel bezahlt hat, kommt nicht wieder.
Der teure Fehler geht in beide Richtungen
Die eine Richtung kennt jeder: 500 Euro für einen Betrieb, dessen Kunden vor jedem Anruf recherchieren. Die Seite steht, sie kostet fast nichts, und sie kostet trotzdem jeden Monat Aufträge, die nie angefragt wurden. Diese Kosten stehen auf keiner Rechnung, deshalb fällt es niemandem auf.
Die andere Richtung wird selten benannt: 10.000 Euro für einen Betrieb, der zwölf Kunden hat und keine sucht. Auch das haben wir gesehen, meistens dann, wenn ein großes Angebot gut vorgetragen wurde. Die Seite ist danach objektiv gut. Sie zahlt sich nur nie zurück, weil ihr die Kundschaft fehlt, für die sie gebaut wurde.
Die Frage vor jedem Angebot ist deshalb nicht „Was kostet eine Website?“, sondern „Was soll sie auslösen?“. Wenn Ihnen darauf niemand eine Antwort abverlangt, bevor er einen Preis nennt, nehmen Sie das als Warnzeichen.
Was das bei uns kostet
Wir bauen die beiden oberen Stufen. Eine kompakte Firmenwebsite mit den wichtigsten Seiten beginnt bei 4.900 Euro, eine mit Produktbereich und Datenblättern bei 9.800 Euro, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. Tragen Struktur und Inhalte Ihrer alten Seite noch, reicht oft ein Relaunch ab 3.200 Euro. Der Wartungsvertrag beginnt bei 299 Euro im Monat und enthält bis zu zwei Stunden Änderungen. Verbindlich wird der Preis im schriftlichen Angebot nach dem Briefing, und dann ist es ein Festpreis.
Die unteren beiden Stufen bauen wir nicht — nicht aus Hochmut, sondern weil wir sie nicht besser hinbekommen als ein guter Baukasten. Wenn Ihr Fall danach aussieht, sagen wir Ihnen das im Erstgespräch und nennen Ihnen zwei Anbieter. Alle Zahlen stehen auf der Preisseite, die Leistungen auf der Seite zum Webdesign für die Industrie. Was wir grundsätzlich nicht machen und warum, steht im Text Kein WordPress.