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Hund auf einem Samtsofa in einem Kreativagentur-Loft mit Backsteinwand, Monstera und Neonröhre

Meinung · Agentur

Kein Bürohund.

Warum unsere Website nicht aussieht wie die einer Werbeagentur — und warum das für einen Maschinenbauer die bessere Nachricht ist.

Sie kennen die Seiten

Wer eine Werbeagentur sucht, landet früher oder später auf einer dieser Websites. Man erkennt sie nach zwei Sekunden, und man erkennt sie alle wieder, weil sie einander gleichen wie ein Baukasten dem anderen.

Der Mauszeiger ist keiner mehr, sondern ein Kreis, der sich verformt, wenn man über etwas fährt. Das Scrollen fühlt sich seltsam an, weil eine Bibliothek es weicher macht, als der Browser es täte. Überschriften fliegen Wort für Wort ein. Irgendwo läuft ein Video, in dem junge Menschen in einem Loft auf Post-its zeigen. Dann kommt das Team: schwarzweiß fotografiert, mit verschränkten Armen, dazu ein lockerer Spruch und die Lieblingspizza. Und natürlich der Bürohund, mit eigener Personenkarte und dem Titel „Feel-Good-Manager“.

Die Referenzen heißen Cases und werden über acht Bildschirmseiten erzählt. Aus einem überarbeiteten Iconset wird eine Markenwelt, aus drei Anzeigen eine Kampagne mit Manifest. Preise stehen nirgends. Eine Telefonnummer auch nicht, dafür ein Formular und ein Knopf, auf dem „Let’s talk“ steht. Und wenn die Seite endlich geladen hat, springt der Cookie-Hinweis auf, der die halbe Fläche einnimmt.

Diese Seiten sind nicht schlecht gemacht

Im Gegenteil. Da steckt Können drin, oft eine Menge davon. Nur richtet sich dieses Können nicht an den Besucher, sondern an die Branche. Eine Agenturwebsite ist das Portfolio der Agentur: Sie zeigt, was das Team baut, wenn niemand hineinredet. Sie gewinnt Preise, sie zieht Bewerbungen an, sie beeindruckt andere Agenturen.

Für einen Konsumgüter-Hersteller, der eine Marke neu erfinden will, ist das die richtige Adresse. Wer eine Limonade in die Regale bringen möchte, sollte zu Leuten gehen, die Aufmerksamkeit als Handwerk beherrschen. Wir würden dieses Projekt nicht annehmen und den Kunden weiterschicken.

Nur sitzt bei Ihnen ein anderer vor dem Bildschirm

Unsere Kunden bauen Anbauverdichter, Zaunsysteme, Sonderanlagen. Wer dort eine Agentur sucht, tut das selten aus Begeisterung für Gestaltung. Er tut es, weil die Unterlagen von 2019 sind, weil der Vertrieb zu zweit ist oder weil der Wettbewerb bei Google auftaucht und er nicht.

Dieser Mensch hat drei Fragen: Verstehen die, was wir machen? Was kostet das? Und kann ich da jemanden erreichen? Er hat keine Frage zu Ihrem Mauszeiger. Wenn die Antwort auf seine drei Fragen hinter einem animierten Manifest liegt, klickt er weg — nicht weil er kein Design mag, sondern weil er zwischen zwei Terminen sucht und keine Zeit zum Suchen hat.

Dazu kommt ein Gefühl, das selten ausgesprochen wird: Wer eine Website sieht, die zehnmal aufwendiger ist als die eigene, denkt nicht „die können was“. Er denkt „die sind zu teuer für uns“ und „die verstehen unsere Welt nicht“.

Deshalb sieht unsere Seite aus wie sie aussieht

Sachlich, ruhig, in den Farben, die im Maschinenbau ohnehin gelten. Kein eigener Mauszeiger. Kein Scroll-Effekt, der schlauer sein will als der Browser. Die Preise stehen auf der Preisseite, mit Zahlen. Die Telefonnummer steht oben rechts auf jeder Seite, und am Apparat ist der Inhaber, kein Account-Manager. Was wir konkret anbieten und wie sich die Instrumente ordnen, steht auf der Seite Industriemarketing.

Das heißt nicht, dass die Seite langweilig sein muss. In unseren Leitfäden gibt es Dinge zum Anfassen: ein Flipbook mit einer echten Produktmappe, ein Vorher-Nachher zum Ziehen, ein Memory mit Akquise-Regeln. Der Unterschied liegt darin, wofür der Aufwand betrieben wird — die Spielereien erklären etwas, statt uns zu feiern.

Auch die Technik folgt derselben Linie. Die Seite lädt in unter einer Sekunde, setzt keine Cookies und holt nichts von fremden Servern. Das ist kein Selbstzweck: Es ist der Beweis dafür, dass wir das Handwerk beherrschen, das wir verkaufen. Nachprüfen können Sie es selbst — die Werte stehen im Leitfaden zur Website-Geschwindigkeit.

Was uns das kostet

Ehrlich gesagt: einiges. Wir gewinnen keine Design-Awards, wir tauchen in keiner Kreativ-Rangliste auf, und wer eine Agentur nach dem Wow-Effekt ihrer Startseite auswählt, ruft bei uns nicht an. Es gibt Ausschreibungen, in denen die aufwendigere Präsentation gewinnt, und da verlieren wir.

Damit können wir leben. Die Kunden, die bleiben, sind die, denen ein fester Ansprechpartner mehr wert ist als ein Kreativ-Workshop. Zwei unserer heutigen Kunden sind seit fünf Jahren an Bord, gewonnen mit einem Telefonanruf und einem Angebot auf einer Seite.

Der einfachste Test

Wenn Sie eine Agentur bewerten wollen, schauen Sie nicht darauf, wie schön ihre Website ist. Schauen Sie darauf, ob sie Ihre Fragen beantwortet: Steht da, was es kostet? Steht da, wer arbeitet? Ist erkennbar, für welche Branche gearbeitet wird? Gibt es eine Nummer, unter der jemand rangeht?

Und dann rufen Sie an. Nach drei Minuten wissen Sie, ob am anderen Ende jemand sitzt, der Ihre Maschinen versteht — oder jemand, der Ihnen zuerst einen Markenworkshop verkaufen möchte. Diese drei Minuten sagen mehr als jedes Portfolio.

Genug gelesen. Jetzt wird gemacht.

Ein Anruf, drei Minuten. Danach wissen Sie, ob wir zu Ihnen passen.